Internationaler Fussball :D

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Moderator: forenadmin

Internationaler Fussball :D

Beitragvon Markus » 26.10.2009, 01:03

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:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: Die ach so armen Holländer mal wieder :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Markus
 
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Beitragvon lateSeptemberDoG » 26.10.2009, 05:43

:loldev:
...der Schwätzer!

parva nunc civitas, sed gloria ingens
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Beitragvon SGD & S04 » 20.11.2009, 16:46

13./14.11.2009, International-Stadion, Kairo Steine, Gebetsteppiche und ein Juwel

Text und Fotos:
Günther Pohl

Am Anfang war es nur eine fixe Idee und ein locker ausgeplaudertes Versprechen gegenüber Anthar Yahia: „Wenn es für Algerien in Kairo um die Wurst geht, dann bin ich dabei!“ Und dann wurde daraus eine Reise, die ich wohl nie vergessen werde. Zum vermeintlich entscheidenden Spiel zwischen Ägypten und Algerien in der WM-Qualifikation ging es ausgerechnet am Freitag, den 13., in den Flieger.

Ein wenig aufgeschreckt war ich schon, als ich während des Fluges die ersten Meldungen aus Kairo las. Angeblich seien bei der Ankunft der Algerier
am Vortag Steine geflogen und Spieler verletzt worden. Auf der Umsteigestation Zürich treffe ich die ersten Algerier, die sich von den vielen Business-Reisenden mit Laptop und Krawatte wohltuend unterscheiden. Das Quartett kommt aus Paris, schlägt kräftig auf eine kleine Trommel und diskutiert gestikulierend über die Ausgangslage eines Matches, das Ägypten gerade in den Ausnahmezustand versetzt. Pünktlich um 16 Uhr landen wir in Kairo. Und bei einem kurzen Handy-Telefonat mit Yahia warnt dieser mich davor, irgendwo zu erzählen, dass ich ihn kenne. Etwas stutzig geworden, mache ich mich auf den Weg zum Iberhotel, dem Quartier der Algerier. Was ich dort sehe, erschreckt mich. Ein Gefühl, das mich in den nächsten zwei Tagen durchgehend begleiten wird. Die Hotelanlage gleicht einer Festung. Und selbst mit deutschem Pass wäre es quasi aussichtslos gewesen, ins Foyer vorzudringen. Nach mehr als einer halben Stunde hat ein Sicherheitsbeamter ein Einsehen und lässt mich an die Rezeption. Dort passiert Unglaubliches. Zwei algerische Spieler schleppen mich an allen Sicherheitskräften vorbei in den Fahrstuhl, schieben die zehn über Nacht eingeflogenen Personenschützer des algerischen
Präsidenten beiseite und bringen mich in den „Exekutiv-Floor“ in der vierten Etage, wo ich von Yahia herzlich begrüßt werde. Acht Jahre habe ich die deutsche Nationalmannschaft um die ganze Welt begleitet. Aber einen Spielerflur habe ich noch nie zu sehen bekommen.

Das Vordringen in diese heiligen Hallen macht mich ein wenig stolz. Dieses Gefühl wird noch verstärkt, als der Präsident des algerischen Fußballverbandes
mich wie einen alten Freund begrüßt und mich spontan zum Kaffee einlädt. Außer mir ist noch ein französischer Journalist vom Fernsehen da, der mir auf seinem Laptop anhand von Videos und Fotos nahebringt, was genau am Vortag passiert war. Auf dem nur einen Kilometer langen Weg von der Flughalle zum Hotel flogen Pflastersteine gegen die Busscheiben, die Spieler kauerten auf dem Fußboden. Zwei von ihnen erlitten Platzwunden und ein Co-Trainer wurde ebenfalls verletzt. Später sah ich die Wunden mit eigenen Augen. Das waren Fakten, derweil die ägyptische Presse zeitgleich verbreitete, alles sei von den Algeriern nur inszeniert und der eigene Busfahrer hätte die Scheiben zerstört. Bis tief in die Nacht war der FIFA-Delegierte dabei, den Vorgang zu
dokumentieren.

Doch es gab auch Erfreuliches an diesem Nachmittag. Plötzlich ging die Lifttür auf und in den Raum trat ein alter Freund, mit dem ich seit über 25 Jahren
zu tun habe. Dr. Joachim Schubert, der bei der WM in Deutschland noch das Team von Togo betreute, ist seit einigen Monaten so etwas wie der Mannschaftsarzt der Algerier. Nach dem Trainingslager in Florenz war er einen Tag später nach Kairo angereist und kümmerte sich nach seiner Ankunft um die angeschlagenen Spieler. Und so saßen plötzlich drei Bochumer in Kairo bei Kaffee und Kuchen und plauderten über das bevorstehende Match. Als ich nach zwei Stunden das algerische Quartier verließ, hatte ich auch ein Ticket für das Spiel in der Tasche, überreicht vom algerischen Fußball-Präsidenten persönlich.

Auf der 45-minütigen Fahrt zu meinem Hotel bekam ich einen ersten Eindruck über den Verkehr in Kairo. Dort gibt es zwar drei Millionen Autos, aber anscheinend nicht wirkliche Verkehrsregeln. Gegen dieses babylonische Chaos mutet das Treiben auf den Straßen Roms an wie eine verkehrsberuhigte Zone in
einem Kurort. Am Abend blickte ich vom Hotel-Restaurant im 40. Stock auf den Nil und hoffte nur, dass der kommende Tag so friedlich bleiben würde wie der Anblick aus dieser Höhe auf den legendären Fluss. Doch wenn an jeder Ampel ein Fahnenverkäufer steht, der die Leute aufheizt, mussten einem da zwangsläufig Bedenken kommen. Schwenkende Fahnen beim Einlauf der Nationalmannschaften. Beim Abspielen der algerischen Nationalhymne ertönt ein Pfeifkonzert.

Endlich war er da, der herbeigesehnte Tag der Entscheidung, wer denn nun nach Südafrika fahren darf. Gegen 13 Uhr fragte ich vorsichtig an der Rezeption, wann man denn wohl am besten zum Spiel fahren sollte. Immerhin war der Anstoß erst um 19.30 Uhr und die Fahrzeit zum Stadion betrug gerade einmal 40 Minuten. Die aufgeregte Antwort lautete: Eigentlich müsste ich schon längst da sein - also sechs Stunden vor dem Spiel. Sie bestellten mir sofort ein Taxi und um 14 Uhr war ich am International-Stadion von Kairo, zu diesem Zeitpunkt schon zu zwei Dritteln gefüllt. Für 65.000 Fans ist die Arena zugelassen. Beim Anstoß drängeln sich mindestens 85.000 in das Oval. Doch zunächst musste ich das Kunststück vollbringen und meinen Platz erreichen. Überall Polizeikontrollen und Mannschaftswagen. Und dass der Taxifahrer mir gleich den doppelten Preis abgenommen hatte, war wohl die Einberechnung einer saftigen Gefahrenzulage geschuldet. Gut, dass ich vor der Abfahrt zum Spiel einem staunenden Hotelangestellten meine Eintrittskarte präsentiert hatte. Denn unter den arabischen Schriftzeichen konnte ich mir gar nichts vorstellen. So hätte ich nicht gewusst, welch ein „Juwel“ von einem Ticket ich da vom algerischen Fußball-Präsidenten zugesteckt bekommen hatte. Es war ein ganz besonderer VIP-Ausweis und vor allem ein Türöffner, mein „Sesam-öffne- Dich“.

Als ich mich mit seiner Hilfe ins Innere des Stadions vorgekämpft hatte, traute ich nämlich meinen Augen nicht. Der Bereich, zu dem ich Zugang hatte, war ausschließlich Politikern, Staatspräsidenten und ihren engsten Freunden und Angehörigen vorbehalten. Kurzum, hier saßen die 250 wichtigsten Persönlichkeiten der 22-Millionen-Stadt Kairo. Und mitten unter ihnen – Günther Pohl aus Bochum. Trotzdem: Fünf Stunden bis zum Anpfiff, und ich hatte noch nicht einmal eine Stadionzeitung - was tun, womit die Zeit vertreiben? Aber als „VIP“ hat man ja die Möglichkeit, reichlich zu essen und zu trinken. Doch Pustekuchen - außer Tee und Wasser gab es zunächst gar nichts. So begleitete mich fortgesetztes Magenknurren. Auch wenn es immerhin schon 15 Uhr geworden und der Ledersessel sehr bequem war.

Um 16 Uhr platzte das Stadion aus allen Nähten, es gab keinen freien Stuhl mehr. Doch die wurden ohnehin nicht wirklich gebraucht, denn niemand hockte auf seinem Platz. Mir gelang es, in die normalen Zuschauerbereiche zu kommen, wo ich sämtliche Kekse aufkaufte und genüsslich in meinem Plüschsessel verschlang, während meine Nachbar-VIPs ihre Gebetsteppiche ausrollten und gen Mekka zu beten begannen. Draußen kocht die Stimmung über. Das International-Stadion ist eine Hölle in rot-weiß-schwarz. Auch die VIPs haben mittlerweile ihre Plätze komplett eingenommen - eine Stunde vor dem Anpfiff. Noch eine halbe Stunde, die Ränge laufen heiß, da wird die Ehrentribüne gehörig durcheinander gewirbelt. Hochrangige Polizeikräfte marschieren ein, degradieren allerlei VIPs per Schnellverfahren zu „Stehplätzlern“ und besetzen die begehrten Stühle. Alle vor mir haben plötzlich eine Dienstmütze auf, was meine Sicht ein wenig einschränkt. Deutsche Polizei - ich liebe dich!

Das Spektakel beginnt mit einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert beim Abspielen der algerischen Nationalhymne, dem frühen Tor der Gastgeber nach 120 Sekunden und dem entscheidenden 2:0 in der fünften Minute (!) der Nachspielzeit. Der Schiedsrichter war großartig, aber die sechs Minuten-Zugabe schon grenzwertig. Bei 0:1 wäre Ägypten draußen gewesen. Mit dem zweiten Treffer standen sie am Mittwoch im Entscheidungsspiel im Sudan (siehe Seite drei). Was nach dem 2:0 passierte ist und bleibt unbeschreiblich. Während die fünf algerischen Delegierten traurig ihre Fahne einrollten, drehten die Ägypter inklusive VIPs und Polizeichefs kollektiv durch. Dagegen war die WM Fete in Deutschland, der berühmte „Sommertraum“, ein Kindergeburtstag unter Schweinegrippe-Verdacht. Jeder umarmte und küsste jeden, alle brüllten wie am Spieß. Und das für die nächsten Stunden und in ganz Ägypten. Ein Land im totalen Fußballtaumel. Zum Glück wesentlich friedlicher als noch zwei Tage zuvor. Es kam allerdings auch zu Übergriffen auf die algerischen Fans und zu einer interessanten wenngleich wenig nachahmungswürdigen Variante von engagiertem Journalismus: Auf der Pressetribüne prügelten sich Medienvertreter aus beiden Lagern. Da hatte ich es ja mit meinem VIP-Platz nochmals gut getroffen.

Eine SMS von Dr. Schubert, die ich auf dem Weg zum Hotel erhielt, berichtete Unfassbares: Das Gesundheitsamt der Stadt Kairo hatte das Wasser in der algerischen Kabine für unhygienisch erklärt, wodurch die Spieler zwei Stunden ungeduscht im Bus sitzen, sich erst später in ihrem Hotel waschen konnten. Die paar Pflastersteine, die noch gegen die Fenster prasselten, waren da schon zur Routine geworden. Ich hatte derweil ganz andere Probleme. In diesem Tollhaus ein Taxi zu bekommen, glich einem Sechser mit Zusatzzahl. Als ich endlich ein verbeultes und verrostetes Gefährt mit dem Taxi- Schild entdeckte, war das schon „bestellt“. Doch für den doppelten Fahrpreis lässt er mich mitfahren und ich quetsche mich zu den anderen Fahrgästen. Hätte ich geahnt, was mich danach erwartet, ich wäre sicher statt einzusteigen, schreiend weggelaufen. Mein Taxifahrer entwickelte eine Fahrweise, als wäre er vollkommen dem Wahnsinn verfallen.
Mitten im Stadtverkehr beschleunigte er zwischendurch auf 150 km/h und hielt dabei mit der linken Hand eine riesige ägyptische Fahne aus dem Fenster. Wie er es dabei schaffte, die Karre zu lenken und gleichzeitig in ein Handy zu brüllen, das wusste der Himmel. Munter wechselte er die „Spuren“, die es im herkömmlichen Sinne ohnehin nicht gab, hupte pausenlos wie von Sinnen und hatte immer wieder unverhoffte Vollbremsungen im Repertoire. Ich konnte von Glück sagen, im Stadion nichts gegessen zu haben. Dabei liefen beständig Kinder auf die Fahrbahn, um die Autos zu stoppen. Als ich nach 90 Minuten Fahrt durch die Hölle in meinem Hotel ankam, war ich um Jahre gealtert. Ich entlohnte meinen Chauffeur fürstlich, lehnte aber sein Angebot, mir auch zukünftig dienstbar zur Seite zu stehen, dankend und schweißgebadet ab. In der ganzen Nacht hörte ich das Hupkonzert, während im TV als Endlosschleife die beiden Tore liefen.

Am Sonntagmorgen wurde ich durch eine SMS von Dr. Schubert geweckt und gebe seine Nachricht wörtlich weiter: „Abfahrt wie bei Obama-Besuch - Hotel
weiträumig von Hundertschaften abgeriegelt - Kein Auto auf den Straßen – gepanzerte Mannschaftswagen - wie im Krieg.“ Während das algerische Team
auf dem Flug in den Sudan ist, mache ich Kultur, latsche durch das ägyptische Museum, fahre zu den Pyramiden, mache eine Schifffahrt auf dem Nil, der friedlich und unbeeindruckt vom Inferno der vergangenen Nacht seinen Weg durch die Metropole zieht.
Jedes Ding hat drei Seiten:
Eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine,
die wir beide nicht sehen.
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Re: Internationaler Fussball :D

Beitragvon Jester » 03.02.2012, 02:35

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Re: Internationaler Fussball :D

Beitragvon Jester » 07.02.2013, 17:06

Fußballfans und Valentinstag? Passt schon!

http://www.youtube.com/watch?v=ih9IJlPqt6Q
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