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Nach den vielen aufgekommenen Turbulenzen rund
um unseren Lieblingsverein und den schneebedingt ausgefallenen Spielen
am letzten Wochenende waren bestimmt alle Fans der SGD froh endlich mal
wieder ein Fußballspiel sehen zu können. Und dann auch noch ein Derby
gegen die Rivalen aus Erfurt. ...
... Da war die Vorfreude auf allen Seiten groß und man konnte getrost mal den ganzen anderen Schlamassel um den Verein vergessen.
Nach circa einer Stunde anstehen am K-Block-Eingang und einem (zum
Glück und zu meiner Verwunderung) schnellen Bierkauf stand ich endlich
auf den sonnengefluteten Traversen. Noch schnell ein weißes Blatt für
die Choreografie in die Hand bekommen und schon kamen die Mannschaften
aus der Kabine. Und dann hoch mit dem Papier. Leider konnte ich das
Gesamtkunstwerk nicht selber bestaunen. Aber von den Sitzplätzen, wo
auch die anderen anwesenden Fanclubmitglieder Roy, Andre und Falko
saßen, war es bestimmt ein grandioser Anblick.
Das Spiel begann. Man wusste nicht genau, was man erwarten sollte.
Mit einem Sieg im letzten Spiel im Rücken hoffte man die Serie an
Heimsiegen kann fortgesetzt werden. Doch man wurde diese Saison ja
schön öfters enttäuscht, als man dachte, jetzt läuft´s. Und Erfurt hat
uns ja schon im Hinspiel mit einer 4:1-Klatsche gedemütigt.
Die beiden Mannschaften schenkten sich abgesehen von einigen
Fehlpässen nichts. Es wurde auf beiden Seiten gekämpft und so blieben
auch Strafraumszenen oder Torchancen eher Mangelware. Dafür wurde, wie
in einem hitzigen Derby zu erwarten war, viel gefoult. Und so musste
auch Gerrit Müller als erster Leittragender unserer Mannschaft nach 22.
Minuten mit Problemen vom Platz. Es wurde weiter gekämpft und kein
Zweikampf verloren gegeben. Doch zuviel Einsatz kann auch schaden.
David Solga bekam das am eigenen Körper zu spüren, als er sich bei
einem harten Duell um den Ball mit Erfurts Hauswald das Schien- und
Wadenbein brach. Allen Zuschauern lief es kalt den Rücken runter. Nicht
schon wieder Solga. Der arme hatte gerade mal drei Spiele für die
Schwarz-Gelben bestritten und die nicht schlecht. Am Boden liegend
bekam er auch noch die gelbe Karte gezeigt.
Nach diesem herben Verlust ging der Kampf weiter und auch bis zur
Halbzeit blieben spielerische Glanzleistungen Mangelware. Nach der
Pause setzte sich dies zunächst fort. Doch mehr und mehr began Dynamo
zu drücken. Genau in dieser Drangphase wurde die Mannschaft fast
überrumpelt, als ein Erfurter Spieler frei vor dem Dynamokasten den von
Axel Keller abgeprallten Ball an die Oberlatte hämmerte. Allen
Zuschauern blieb das Herz stehen. Zum Glück sprang der Ball vor der
Linie auf und konnte danach weggeschlagen werden. Meine Güte, was für
ein Krimi.
Jetzt war klar, Dynamo muss mehr tun, um den Fußballgott endgültig
auf seine Seite zu bekommen. Die Mannschaft rannte weiter an, gegen
Erfurt und die Zeit (welche im übrigen endlich auch auf den neuen
Anzeigentafeln zu sehen ist). Nach mehreren glücklosen Versuchen war es
dann unser Neueinkauf Tore Andreas Gunderson, der in der 88. Minute
einfach mal aus der zweiten Reihe abzog und traf. Grenzenlose
Begeisterung unter allen Zuschauern war die Folge. Nach dem Jubeln,
Applaudieren und Schreien fand ich mich erst zwei Stufen weiter unten
wieder. Wahnsinn. Und jetzt hielt es im Rudolf-Harbig-Stadion keinen
mehr auf den Plätzen, alle standen und feuerten ihre Mannschaft an.
Jeder gewonnne Zweikampf oder weggeschlagene Ball wurde frenetisch
bejubelt. Die Erfurter versuchten verzweifelt noch etwas zu bewegen,
doch letzten Endes vergebens. Ein paar Minuten später ertönte der
Schlusspfiff.
Allen freuten sich riesig über diesen schwer erkämpften Sieg, die
Fans wie auch die Mannschaft. Man konnte ihr die Erleichterung ansehen,
diesen tollen Fußballtag mit einem Erfolg gekrönt zu haben und damit
auch ein Zeichen setzen zu können, dass sie, genau wie die treuen
Anhänger, dafür kämpfen ihren Verein am Leben zu halten.
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